EDEKA-Flächennutzungs- & Bebauungsplan

Am 08.09.2026 fand die letzte Sitzung des Aussschusses für Bau, Planung und Entwicklung im Rathaus statt, nach einer Ausführlichen Vorstellung des aktuellen Planungsstandes durch das Planungsbüro Instara wurden Beschlüsse zum Flächennutzungs und Bebauungsbplan gefasst, gegen die unser Fraktionsmitglied Jörn Schumm gestimmt hat.

Da der Zeitungsbericht und die Niederschrift nicht vollumfänglich abbilden, wie er zu seiner Entscheidung gekommen ist veröffentlichen wir heute eine von uns erstellte Skizze zu unserem Kritikpunkt und den Wortbeitrag von Jörn Schumm in ganzer Länge:

TOP 8 / Änderung Flächennutzungsplan EDEKA und TOP 9 / Bebauungsplan EDEKA

Zitate:

„Ich möchte noch einmal an meine Stellungnahme aus dem April erinnern.
Damals habe ich gesagt, dass ich persönlich einen neuen EDEKA-Markt an diesem Standort nicht zwingend für notwendig halte. Wenn der Markt aber kommt, dann möchte ich, dass er vernünftig in unseren Ort integriert wird. Und dafür habe ich damals einige klare Bedingungen für unsere Zustimmung genannt.
Seit April hat sich bei einigen Punkten etwas bewegt. Das möchte ich ausdrücklich positiv erwähnen!

1. die Fuß- und Radverkehrsanbindung von hinten
Die Verbindung über Kötnerteilen ist inzwischen konkreter geworden. Dass der Vorhabenträger die dafür benötigte Fläche kostenlos zur Verfügung stellen will und dies über den Erschließungsvertrag abgesichert werden soll, ist ein wichtiger Schritt, den ich hier unbedingt einmal positiv benennen möchte.
Ich möchte aber wissen: Ist damit tatsächlich eine durchgängige Verbindung bis zur Wörpebrücke und weiter in Richtung Mühlenviertel und Wiesendamm gesichert? Wer baut den Weg, wer trägt die Kosten und: Ist er gleichzeitig mit dem Markt nutzbar?


Entscheidend ist für mich aber weiterhin die marktseitige Anbindung.
Ich habe im April ausdrücklich gesagt, dass für mich ein Fuß- und Radweg auf der marktseitigen, also südlichen Seite der Wörpedorfer Straße eine Voraussetzung für meine Zustimmung ist.
In den aktuellen Unterlagen wird diese Weiterführung zwar beschrieben. Aber sie ist aus meiner Sicht noch nicht verbindlich genug geregelt.
Und genau da kann ich heute nicht einfach sagen: „Das wird schon noch kommen.“
Denn wir entscheiden heute über einen Bebauungsplan und damit über die Grundlage für ein konkretes Bauvorhaben. Wenn eine Forderung für mich ein Ausschlusskriterium für die Zustimmung war, dann muss sie auch entsprechend verbindlich abgesichert sein.

2. Die Entwässerung
Hier ist inzwischen ein umfangreiches Konzept vorgelegt worden, mit insgesamt rund 830 Kubikmetern Rückhaltevolumen und einer gedrosselten Einleitung in die Wörpe.
Das ist grundsätzlich positiv. Trotzdem bleiben Fragen: Die Berechnung basiert auf einem zehnjährigen Regenereignis. Was passiert bei einem stärkeren Starkregen? Gibt es einen klar definierten Notwasserweg?
Gerade bei zunehmenden Starkregenereignissen sollten wir hier auch Antworten haben.

3. Natur und Ausgleich
Die Eingriffe in die vorhandenen Gehölze und Bäume werden inzwischen berücksichtigt. Auch die von den Naturschutzverbänden geforderte stärkere Begrünung ist teilweise aufgenommen worden.
Entlang der Planstraße sind neun Bäume vorgesehen, außerdem gibt es Vorgaben für die Stellplatzbegrünung.
Ich würde mir hier trotzdem mehr wünschen. Wenn wir eine große versiegelte Fläche schaffen, sollten wir nicht nur das notwendige Minimum erfüllen. Wir sollten auch auf dem eigentlichen EDEKA-Gelände ausreichend großkronige, standortgerechte Bäume schaffen für Schatten, Verdunstung, das Mikroklima und ein besseres Ortsbild. Denn spätesetens seit diesem Sommer sollte uns allen klar sein, dass Schatten, Verdunstung und Mikroklima bei Bauvorhaben immer mitgedacht werden müssen.
Zusammenfassend möchte ich sagen:

Seit April sind einige meiner Forderungen aufgegriffen worden. Das möchte ich ausdrücklich positiv noch einmal hervorheben.

Aber bei der marktseitigen Fuß- und Radwegeverbindung fehlt mir weiterhin die notwendige Verbindlichkeit. Und deshalb möchte ich heute noch einmal an die Verwaltung und die Planer appellieren: Lassen Sie uns diesen Punkt heute noch lösen.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen diesen EDEKA-Markt. Aber ich kann nicht einer Planung zustimmen und gleichzeitig darauf hoffen, dass eine für mich entscheidende Voraussetzung später vielleicht noch umgesetzt wird.


Es ist vielleicht einfacher, einem solchen Projekt einfach zuzustimmen und auf die Vernunft der Beteiligten zu hoffen.

Aber Politik muss auch dann glaubwürdig sein, wenn eine Entscheidung einmal etwas unbequem ist.
Wenn die marktseitige Fuß- und Radwegeverbindung heute noch verbindlich abgesichert wird, bin ich bereit, meine Haltung noch einmal zu überdenken. Wenn sie es nicht wird, kann ich dem Satzungsbeschluss in der jetzigen Form nicht zustimmen. Das ist kein Nein zum EDEKA-Markt. Es ist kein Nein zu einem Bebauungsplan, bei dem aus meiner Sicht eine entscheidende Voraussetzung noch nicht erfüllt ist. Nämlich die sichere Erreichung des Marktes für Fußgänger und Fahrradfahrer an der Wörpedorfer Straße.“

Info: Wir haben versucht, Euch die für uns bestehende Verkehrsproblematik in der folgenden Skizze (ohne Gewähr) darzustellen und zu veranschaulichen.

Alle Sitzungsunterlagen und die Niederschrift, die den vollständigen Sitzungsverlauf auch zu diesem Punkt wiedergibt (inklusive Antworten der Verwaltung) zum Nachlesen findet Ihr hier (Link)

Folgender Presseartikel ist am 12.09.2026 in der Wümme – Zeitung erschienen:

Neuer Supermarkt in Grasberg: Investor kann in Kürze loslegen“ Die letzten Details sind geklärt, demnächst wird der Grasberger Gemeinderat den Planänderungen zustimmen, die nötig sind, damit ein neuer Edeka-Markt gebaut werden kann. Aber auch weiterhin gibt es Widerspruch.

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