Neues aus unserer Nachbargemeinde: Rat in Lilienthal lehnt Erdgassuche ab/gemeinsame Pressemitteilung der Ortsverbände Grasberg und Lilienthal

Auch der Lilienthaler Gemeinderat lehnt es parteiübergreifend ab, dass die Region auf Erdgasvorkommen untersucht wird.

Dies ist nachzulesen im Bericht der Wümme-Zeitung vom 07.05.2026 Rat lehnt Erdgassuche ab (Print)

Bericht des Weser-Kurier vom 06.05.2026 Wie der Lilienthaler Rat zur Erdgassuche steht (online)

Zitate aus dieser Quelle:

„Der Lilienthaler Gemeinderat lehnt es ab, dass die Region auf Erdgasvorkommen untersucht wird. Die Fraktionen von Grünen, SPD und CDU hatten jeweils eigene Anträge mit dieser Stoßrichtung für die Sitzung am Dienstagabend im Rathaus vorbereitet. Statt sich in Details zu verlieren und Unterschiede herauszuarbeiten, stimmten die Ratsleute in öffentlicher Runde allen drei Vorschlägen geschlossen
zu. Den Lilienthaler Kommunalpolitikern kommt es darauf an, „ein starkes Signal“ zu senden, dass die Erdgaserkundung im Gebiet „Unterweser I“, zu dem Lilienthal und seine Nachbarkommunen gehören, nicht
gewollt ist.
Seit bekannt ist, dass die Firma Vermilion Energy die Suche nach Erdgas aufnehmen
und im ersten Schritt geologische Daten auswerten will, hat es vielfachen Protest gegeben.
Auch der jetzige Beschluss des Gemeinderates zielt darauf ab, das Vorhaben schon im Ansatz zu verhindern. „Ich bin froh, dass alle an einem Strang ziehen“, sagte Grünen-Fraktionschefin Christina Klene in der Ratssitzung.

Sie berichtete auch über die Bestrebungen der Grünen Parteibasis, auf Landesebene etwas zu bewirken:
Auf der Delegiertenkonferenz der Grünen in Emden war am Wochenende der Antrag der beiden Ortsverbände Lilienthal und Grasberg gegen neue Gasprojekte einstimmig angenommen worden. In ihrem Beschluss
fordern die Delegierten von der Landesregierung, „alle politischen und rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen“, um sowohl die Erkundung als auch eine mögliche Förderung von Erdgas in der Region zu verhindern. Dies schließe ausdrücklich vorbereitende Maßnahmen wie Probebohrungen
und seismische Untersuchungen ein, teilte Klene zusammen mit Thomas Malohn vom Grasberger Grünen-Ortsverband mit.“

Kritik am Kurs der Energieministerin

Auch Andrea Vogelsang (SPD) hält die neuerlichen Pläne von Vermilion ür den „falschen
Weg“. Die Menschen, so sagte sie im Rat, hätten zu Recht Bedenken. „Für wen sollen wir hier in der Region die Tür aufmachen?“, fragte sie in die Runde. In ihrem Antrag hatte Vogelsang dargelegt, dass die bloße politische Ablehnung der Erdgaserkundung nicht ausreiche. Die Gemeinde, so hieß es, müsse ihre Einflussmöglichkeiten
auch tatsächlich nutzen. CDU-Fraktionsvorsitzender Pascal Holz sagte, er finde es gruselig, dass das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) dem Antrag des Konzerns kein „P“ vorgesetzt habe. „Wir sind uns alle einig, dass die fossilen Brennstoffe nicht die Zukunft sein werden“, sagte Holz. Ratsfrau
Meike Artmann (Grüne) wies darauf hin, dass das LBEG als Behörde nach den gesetzlichen Vorgaben handele. Wenn man etwas erreichen wolle, müsse man die Gesetze ändern, die Politik sei gefordert.
Zweifel gab es daran, dass sich unter Bundeswirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche (CDU) etwas ändern könnte. „Reiche dreht die Energieversorgung wieder um und deswegen lohnt sich die Erkundung
von Gasvorkommen auch wieder. Wir sind gefordert, Druck dagegen zu machen“, sagte Linken-Ratsherr Andreas Strassemeier….“ …..Zum Ratsbeschluss gehört es auch, dass der Protest gegen die Erdgassuche in der Gemeinde noch stärker als bisher sichtbar werden soll: Die Verwaltung ist beauftragt worden,
die roten Kreuze mit Aufschriften „Keine Erdgasörderung“ oder „NoMoorGas.de“ im öffentlichen Raum zuzulassen
. Dem LBEG soll zudem eine Stellungnahme aus Lilienthal zugeschickt werden.

lest gerne im vollständigen Artikel (den wir hier nur auszugsweise zitieren) weiter vor welchen Risiken, die Fraktionen warnen (Link siehe oben).

Im Artikel findet Ihr auch Auszüge aus unserer gemeinsam mit dem Ortsverband Lilienthal verfassten Pressemitteilung

gemeinsame Pressemitteiung der Ortsverbände Lilienthal (Christina Klene) und Grasberg (Thomas Malohn) :

B90/Die Grünen Niedersachsen lehnen Gaserkundung „Unterweser I“ ab
Landesparteitag unterstützt Initiative aus Lilienthal und Grasberg
Emden/Landkreis Osterholz, 26. April 2026 – Die geplante Erdgaserkundung im Feld
„Unterweser I“ stößt auf deutlichen Widerstand: Auf ihrer Landesdelegiertenkonferenz in
Emden haben BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Niedersachsen einstimmig einen Antrag gegen
neue Gasprojekte beschlossen. Eingebracht wurde dieser von den Ortsverbänden Lilienthal
und Grasberg.
Der Beschluss fordert die Landesregierung auf, „alle politischen und rechtlichen
Möglichkeiten auszuschöpfen“, um sowohl die Erkundung als auch eine mögliche Förderung
von Erdgas in der Region zu verhindern. Dies schließt ausdrücklich vorbereitende
Maßnahmen wie Probebohrungen und seismische Untersuchungen ein.
Im Fokus der Kritik stehen die Pläne des Unternehmens Vermilion Energy, in mehreren
Landkreisen – darunter Osterholz, Verden und Rotenburg (Wümme) – nach Erdgas zu suchen
und ggf. Maßnahmen zur Förderung folgen zu lassen.
Bündnis 90/Die Grünen in den betroffenen Gemeinden und Landkreisen sehen darin einen
Widerspruch zu den Zielen des Klimaschutzes. Daneben bestehen Risiken für Grundwasser,
Böden und sensible Naturräume (wie auch das Wasserschutzgebiet in Tarmstedt und noch
intakte Grundwasserbrunnen). Gasförderung ist unvereinbar mit einer nachhaltigen
Regionalentwicklung.
Deshalb gibt es auch auf kommunaler Ebene erheblichen Widerstand: PolitikerInnen aller
demokratischen Fraktionen sprechen sich gegen Erdgasförderung in unserer Region aus.
Kritisch bewerten die Grünen in Niedersachsen zudem die rechtlichen Rahmenbedingungen.
Das Bundesberggesetz berücksichtige Umwelt- und Wasserschutz bislang nicht ausreichend.
Zudem wird bemängelt, dass die zuständige Genehmigungsbehörde LBEG primär
bergrechtlich entscheide und Umweltaspekte nur begrenzt einflössen bzw. nicht umfassend
gemonitort und beaufsichtigt werden.
Die Landespartei B90/Die Grünen Niedersachsen stellt sich nun zusammen mit den
Ortsverbänden ausdrücklich hinter den Widerstand der Gemeinden und BürgerInnen vor Ort
und unterstützt Initiativen wie „NoMoorGas“ sowie Umweltverbände, die seit Langem auch
die Risiken benennen.
Fazit: Für die B90/Die Grünen in Lilienthal und Grasberg:
Eine sichere und nachhaltige Energieversorgung kann nur durch den weiteren Ausbau
erneuerbarer Energien sowie die Schaffung auf Dauer verlässlicher auch gesetzlicher
Rahmenbedingungen erreicht werden.
Der Wirtschaftsfaktor sollte ebenfalls Berücksichtigung finden, Versorger und
mittelständische Betriebe haben nachhaltig Arbeitsplätze geschaffen und arbeiten
wirtschaftlich. Von Ausgleichsabgaben aus sauberen Erneuerbaren Energien profitieren unsere
Gemeinden schon jetzt. Das ist bei klammen Kassen von Vorteil. Sie werden ohne massive
negative Auswirkungen für Mensch und Natur generiert und sind ein Benefit für Alle.


Hier lohnt auch ein Blick zu den aktuellen Themen in das Niedersächsische
Umweltministerium zu Christian Meyer. Aktuelle PM aus Niedersachsen zum Thema:


https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/umweltministergasfoerderung-
vor-borkum-„

Nachdem erfolgten Beschluss in Grasberg hat sich nun auch Lilienthal, unsere direkte Nachbargemeinde parteiübergreifend gegen die Erdgasförderung ausgesprochen, dies ist ein wichtiges Signal.

Nicht nur für uns GrasbergerInnen, sondern auch für die weiteren betroffenen Gemeinden, welches rausgeht an das Unternehmen und die Genehmigungsbehörde.

Wir bleiben dran und halten Euch wie die Gemeindeverwaltungen, die sich für Transparenz zum Thema einsetzen auf dem Laufenden.

Euer Ortsverband B90/Die Grünen Grasberg 🌻

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