wie steht es um unsere Erinnerungskultur? Stolpersteine putzen mit Christina Christiansen in Husum/Jugendtreff Grasberg ausgezeichnet

Christina Christiansen ist „laut, klar, grün“ hat inzwischen mehrere Bücher geschrieben und ist durch Ihre klaren Statements in Social Media bekannt (Link Instagram).

Wir Grünen sind vernetzt und nutzen die Gelegenheit uns zu treffen und uns mit anderen Ortsverbänden auszutauschen.

Unter dem Motto „Putzen gegen das Vergessen“ werden in Schleswieg-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Sachsen, Bremen und Niedersachsen in der Zeit vom 08.04. bis 08.05.2026 die verlegten Stolpersteine geputzt um der Opfer der NS-Zeit zu gedenken und die Erinnerungskultur am Leben zu erhalten.

In Ihrem Post vom 09.4.2026 fragte Christina „habt ihr eigentlich mal recherchiert, was in kleinen Gemeinden als Erinnerungskultur gelebt wird?“ und geschildert, dass es in ihrer Gemeinde lediglich eine Gedenktafel auf einem Friedhof gibt…, gleichzeitig lud sie dazu ein, dabei zu sein, den Stolperstein in Husum (zum Gedenken an die 2500 Zwangsarbeiter, von denen 300 ihr Leben beim Bau des Friesenwalles vorloren) zu putzen.

lest gerne Ihren heutigen Artikel dazu:

Wir erinnern uns, aber verstehen wir noch? Die leise Verschiebung der deutschen Erinnerungskultur

Zitat:

„Mehr als sechs von zehn Deutschen wissen wenig oder gar nichts über die NS-Geschichte in ihrer eigenen Gemeinde. Über die Hälfte kann keinen einzigen historischen Bezugspunkt der NS-Zeit am eigenen Wohnort benennen. Und wenn man fragt, welche konkreten Gedenkprojekte existieren, irgendeines, dann können fast 85 Prozent der Befragten keines nennen. Nicht eines.“

Aus Grasberg waren Thomas und Tanja Malohn auch bei der Lesung Ihres aktuellen Buches dabei und haben uns einige Eindrücke mitgebracht:

Ganz besonders berührend war, dass wir eine Parallele zu unserer Gemeinde gesehen haben. Denn auch hier wird bisher wenig Erinnerungskultur an die NS-Zeit gelebt. Und auch hier ist es bisher so, dass es z.B. auch im öffentlichen Raum lediglich eine Tafel auf dem Friedhof zum Gedenken an eine jüdische Familie ohne nähere Informationen. Es ist nur wenig verschriftlicht und dokumentiert ist.

Was gut ist: Hier in Grasberg setzt sich auf Initiative des Jugendtreffs inzwischen aktuell eine kleine Gruppe mit Unterstützung der Stolperstein-Initiative Osterholz für die erste Verlegung von Stolpersteinen in Eickedorf ein. Neben der jüdischen Familie gab es jedoch auch weitere Opfer des Holocoust (Zwangsarbeitende aus dem Lager Sandbostel, Eutanasieopfer und anderweitig Verfolgte). Wir berichteten.

Im November sollen die ersten Stolpersteine in Grasberg verlegt werden. Die Initiative ist für alle Grasbergerinnen offen und trifft sich am 19.05.2026 erneut im Jugendtreff.

Für ein echtes Nie Wieder ist und bleibt es wichtig auch dieses Kapitel unserer Grasberger Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Wusstet Ihr, dass der Grasberger Jugendtreff für die Projektarbeit und die „Reise gegen das Vergessen“ den Jugendförderpreis des des Landkreises erhalten hat? zu lesen ist auf den Seiten des Landkreises (Zitat):

„Ausgezeichnet wurde der Jugendtreff Grasberg. „Mit eurer „Reise gegen das Vergessen“ ist es gelungen, junge Menschen in ihrer Freizeit für das schwierige Thema des Nationalsozialismus zu gewinnen. Aus der Beobachtung heraus, dass antidemokratische Phrasen wieder salonfähig werden, ist ein Projekt entstanden, das Geschichte nachhaltig und jugendgerecht vermittelt. Die Verknüpfung von Gedenkstättenbesuch und Sommerfreizeit mag ungewöhnlich klingen, aber genau dieser Rahmen ermöglichte es, demokratische Werte im Alltag zu üben.“, fasste Bernd Lütjen das Projekt zusammen.“

Beitrag Weser Kurier vom 23.03.2026

Bildquelle Landkreis OHZ

Wir gratulieren ganz herzlich und bedanken uns für das ganz besondere Engagement der Mitarbeitenden und Jugendlichen für die so wichtige Demokratiebildung in Grasberg und die inzwischen gelebte Erinnerungskultur.

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