Nein zur Erdgassuche ist Konsens in Grasberg/Grüner Antrag im Ausschuss einstimmig beschlossen/CDU, SPD, Grüne und Bürgermeister sind sich einig

Unsere Position ist klar:

Die Bekanntgabe der Aufsuchungserlaubnis für das Gebiet „Unterweser I“ zeigt deutlich, dass das Thema Erdgasförderung auch in unserer Region wieder konkret geworden ist. Auch wenn es sich formal zunächst nur um eine Erkundung handelt, ist aus Erfahrung klar: Solche Verfahren sind häufig der erste Schritt hin zu einer späteren Förderung.

Aus unserer Sicht ist dieser Weg klimapolitisch falsch. Die Erschließung neuer fossiler Energiequellen widerspricht den Klimazielen auf Bundes- und Landesebene sowie dem Ziel der Klimaneutralität. Stattdessen müssen alle Anstrengungen darauf ausgerichtet sein, erneuerbare Energien auszubauen und den Energieverbrauch zu senken.

Gleichzeitig sehen wir erhebliche Risiken für Umwelt und Bevölkerung vor Ort. Dazu zählen mögliche Verunreinigungen von Grundwasser und Böden, Gesundheitsrisiken für Anwohnerinnen und Anwohner sowie potenzielle seismische Aktivitäten, also durch menschliche Eingriffe ausgelöste Erdbeben. Gerade in einer Region wie Grasberg, die durch sensible Moor- und Naturlandschaften geprägt ist, wiegen diese Risiken besonders schwer.

Hinzu kommt, dass die wirtschaftlichen Erfolgsaussichten solcher Projekte fraglich sind. Das Gebiet „Unterweser“ wurde bereits in der Vergangenheit aufgegeben, weil wirtschaftlich nutzbare Funde als unwahrscheinlich galten. Dass nun erneut ein Anlauf unternommen wird, zeigt vor allem, dass es weiterhin Versuche gibt, fossile Projekte voranzutreiben, auch dort, wo sie ökologisch riskant und ökonomisch zweifelhaft sind.

Für uns steht fest: Der Schutz unseres Trinkwassers hat oberste Priorität. Ebenso wichtig sind der Erhalt unserer Natur, unserer landwirtschaftlichen Flächen und eine nachhaltige Entwicklung unserer Gemeinde.

Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass sich die Gemeinde Grasberg klar und öffentlich gegen Erdgaserkundung und mögliche spätere Förderungen auf ihrem Gebiet positioniert. Auch wenn die Entscheidung formal auf Landesebene getroffen wird, hat eine eindeutige Haltung der Kommune politisches Gewicht.

Zugleich nehmen wir die Sorgen vieler Bürgerinnen und Bürger sehr ernst. Der wachsende Widerstand vor Ort zeigt, dass dieses Thema die Menschen bewegt. Dieses Engagement verdient unsere absolute Unterstützung!.

Unser Fazit ist klar: Die geplanten Erdgaserkundungen im Gebiet „Unterweser I“ sind klimapolitisch rückwärtsgewandt, ökologisch riskant und energiepolitisch nicht notwendig, da es längst Alternativen zu fossilen Brennstoffen gibt.

Am 23.03.2026 wurde durch Jörn Schumm unseren Fraktionsvorsitzenden folgender Antrag gestellt:

Antrag zur grundsätzlichen Ablehnung der Erdgaserkundung im
Gebiet „Unterweser I“

In der Niederschrift zur Sitzung des Ausschusses für Bau Planung und Entwicklung ist unter dem Tagesordnungspunkt 11 nachzulesen (Zitat):

„Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur grundsätzlichen Ablehnung der Erdgaser-
kundung im Gebiet „Unterweser I“ (Drucksachen-Nr. 2026/0046)
Beigeordneter Schumm geht ausführlich auf den Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen ein und
erläutert den Hintergrund und die Bedeutung.
Im Anschluss bedankt sich 2. stellv. Bürgermeisterin Warnken bei Bürgermeister Ritthaler für seine
klare Positionierung in den Medien zu diesem Thema und betont, dass private Grundstückseigentümer
keine Zustimmung für das Befahren und Betreten ihrer Flächen erteilen sollten, um zu verhindern, dass
entsprechende Erdgasaufsuchungen durchgeführt werden.
Auch Ratsfrau Paar geht ausführlich auf dieses Thema ein und betont, dass insbesondere Grundstücks-
eigentümer nicht einfach Nutzungsverträge unterschreiben dürfen und weist auf die Möglichkeit zur
rechtlichen Prüfung solcher Verträge über die Landwirtschaftskammer hin.
Bürgermeister Ritthaler ergänzt zu diesem Thema, dass der Gemeinde keine weiteren Informationen
als die die schon in der Presse gestanden haben, vorliegen. Ferner hat die Gemeinde keine weiteren
Einflussmöglichkeiten zu diesem Thema. Bürgermeister Ritthaler hat eine Anfrage für ein Gespräch an
die Firma gerichtet, um weitere Informationen zu erhalten, was von Seiten der Firma ausdrücklich ab-
gelehnt wurde. Er betont abschließend, dass ein entsprechender öffentlicher Druck wichtig sei, um hier
eine klare Position seitens der Gemeinde zu zeigen.“


Nach einer weiteren kurzen Aussprache wird im Anschluss folgender einstimmiger Beschluss zur Vorlage an den Gemeinderat gefasst:

1. Die Gemeinde Grasberg lehnt die Erteilung von Erlaubnissen zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoff im Feld „Unterweser I“ auf ihrem Gemein-
degebiet grundsätzlich ab, unabhängig davon, welches Unternehmen
entsprechende Anträge stellt.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, gegenüber dem Landesamt für Berg-
bau, Energie und Geologie (LBEG) eine entsprechende öffentliche ab-
lehnende Stellungnahme abzugeben.
3. In der Stellungnahme ist insbesondere dazulegen, dass Maßnahmen
zur Erdgaserkundung und -förderung nicht mit den Zielen des Klima-,
Umwelt- und Trinkwasserschutzes sowie einer nachhaltigen Regional-
entwicklung vereinbar sind.
4. Die Gemeinde spricht sich grundsätzlich gegen Erdgaserkundung und –
förderung in Niedersachsen aus und fordert die Landesregierung auf,
die rechtlichen Rahmenbedingungen entsprechend anzupassen.
5. Die Verwaltung wird beauftragt, die Öffentlichkeit frühzeitig und transpa-
rent über mögliche Vorgaben zur Erdgaserkundung sowie deren Risiken
zu informieren und eine Informationsveranstaltung durchzuführen.

Die Positionen unseres Bürgermeisters, der VertreterInnen der CDU und der SPD entnehmt ihr gerne dem Artikel des Weser-Kurier vom 09.04.2026: Erdgaserkundung in Grasberg: Vermilion lehnt Gespräche ab

Auszug: „In Grasberg sorgt die Erdgaserkundung für Unmut. Bürger und Politiker fordern mehr Transparenz von Vermilion. Doch das Unternehmen lehnt Gespräche zurzeit ab………..“Politik folgt Grünen-Antrag….
Dass auch die Politik nichts von den Vermilion Plänen auf Grasberger Gebiet hält, zeigte sich auch daran, dass der Bauausschuss am Dienstagabend geschlossen den Antrag der Grünen auf den Weg brachte, die Edgaserkundung im Gebiet „UnterweserI“ abzulehnen. Das Gebiet erstreckt sich von Ritterhude und Osterholz-Scharmbeck über Worpswede, Teile Lilienthals und Grasberg bis in die Samtgemeinde Tarmstedt sowie Ottersberg, Sottrum, Oyten, Achim und Thedinghausen. Das letzte Wort hat aber der Gemeinderat, der am 25.Juni wieder tagt.“

aktuelle Informationen und Artikel zum Thema verlinken wir Euch:

24.03.2026 Wümme Zeitung „Bürgermeister reagieren unterschiedlich auf Vermilion-Pläne“

26.03.2026 Kreiszeitung.de „Dr. Matthias Bantz: „Die Umweltinitiativen sind noch wachsam“

31.03.2026 Wümme Zeitung „Der Widerstand wächst“

31.03.2026 Buten und Binnen „Erlaubnis erteilt: Östlich von Bremen darf nach Erdgas gesucht werden“

31.03.2026 NWZ Online „Niedersachsen sucht nach neuen Erdgaslagerstätten“

01.04.2026 LBEG „Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen in Niedersachsen wird ausgeweitet: LBEG teilt drei Erlaubnisfelder zu“

01.04.2026 Wümme Zeitung „Vermilion darf nach Erdgas suchen“

01.04.2026 Weser Kurier „Niedersachsen sucht nach Erdgas“

01.04.2026 Buten und Binnen „Neue Suche nach Erdgaslagerstätten entfacht alten Streit in Grasberg“

01.04.2026 NDR „Niedersachsen verstärkt Suche nach heimischem Erdgas“

02.04.2026 Zevener Zeitung „Erdgas-Erkundung bei Tarmstedt? SPD sagt klar Nein zu Vermilion“

07.04.2026 Wümme Zeitung „Gasalarm in der Region: So reagiert Vermilion auf den Protest“

09.04.2026 Kreiszeitung.de „Riskantes Vorhaben: Niedersachsen sucht nach Erdgas – diese Gebiete sind betroffen“

09.04.2026 Weser Kurier „SPD Tarmstedt will Energiewende statt Erdgaserkundung“

10.04.2026 Wümme Zeitung „Vermilion lehnt Gespräche ab“

11.04.2026 Wümme Zeitung „Erdgassuche in Osterholz und Verden: Rote X-Symbole kehren zurück“

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