Hochwasserpartnerschaft gegründet / Investor stoppt Pläne für Grasberg – West 8. März 2025 in den letzten Wochen waren auch wir im Einsatz für den Wahlkampf zur vorgezogenen Bundestagswahl. Jetzt ist es mal wieder an der Zeit, Euch über unsere Themen für Grasberg zu informieren. Zunächst hat sich mit längerem Vorlauf im Februar auf Initiative der Gemeinde Lilienthal ein Bündnis aus zehn Gemeinden in der Wasserpartnerschaft Wümme/Wörpe zusammengeschlossen. Die (Hoch-) Wasserpartnerschaft ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Gemeinden und Landkreis. Gegründet werden solche Partnerschaften von Gemeinden, die an Gewässern mit bedeutendem Hochwasserrisiko liegen. Diese Partnerschaften konzentrieren sich nicht nur auf den technischen Hochwasserschutz wie z. B. Deiche, sondern ebenso auf die Hochwasservorsorge, den natürlichen Wasserrückhalt und vermehrt auch auf den Überflutungsschutz und die Starkregenvorsorge. Nicht erst seit dem Weihnachtshochwasser 2023/2024 ist klar, dass Kommunen für nachhaltigen Hochwasserschutz zusammenarbeiten müssen. Die zehn Kommunen, die mitmachen, liegen nicht nur im Landkreis Osterholz, sondern entlang von Wümme und Wörpe in den Landkreisen Rotenburg und Verden. Aus dem Landkreis Osterholz sind Lilienthal, Grasberg und Ritterhude beteiligt. Der Landkreis selbst beteiligt sich beratend. Aus dem Landkreis Rotenburg beteiligen sich die Gemeinden Tarmstedt, Sottrum Rotenburg, Scheessel und Fintel. Verden wird durch die Gemeinden Ottersberg und Oyten vertreten. Das Hochwasserkompetenzzentrum des NLWKN berät und koordiniert die Partnerschaft. Sie erfährt Begleitung durch die UAN. Die Verwaltung der Gemeinde Grasberg ist bereits vertreten im Starkregennetzwerk – wir begrüssen nun auch die Teilnahme an der fachlich gut begleiteten Hochwasserpartnerschaft sehr, da sie sicherlich wertvolle Informationen und Handlungsoptionen für anpassende Maßnahmen bringen wird-für unsere Gemeinde, durch die die Wörpe fliesst. Für künftige Aufgaben des Rates wird der Input aus der Hochwasserpartnerschaft sicherlich wertvolle Erkenntnisse liefern. Ein Austausch mit der Verwaltung auch hierzu wird von uns angestrebt. Einen Artikel der Wümme-Zeitung vom 13.02.2025 findet Ihr hier: Bündnis für Hochwasserschutz gegründet Am 15.02.2025 erfuhr wir, die Öffenlichkeit, die Gewerbetreibenden und die BürgerInnen Grasbergs nach langer Wartezeit seit der zuletzt erfolgten öffentlichen Beteiligung im Februar 2024 vom Investor für das bisher in Planung befindliche Gewerbegebiet-West aus der Presse, dass die Planungen zunächst gestoppt seien. Er teilte mit, dass das Gewerbegebiet wie es bisher geplant war nicht kommen wird und den interessierten Gewerbetreibenden eine Absage erteilt habe. Der Bau des Edeka-Marktes wird lt. Investor erfolgen, dieser ist auf der bereits bestehenden Gewerbefläche geplant. Zitat „Es habe zahlreiche Einwendungen und Anregungen gegeben und man würde nun zunächst abwarten, wie sich das „Wasserthema“ entwickelt„ Unsere Einwände, die sie nicht gegen die Schaffung von Möglichkeiten zu Gewerbeansiedlungen bzw. Erweiterungsmöglichkeine sonden allein gegen den Standort in unmittelbarer Wörpenähe richte, sind bekannt, transparent auch hier in unserem Blog nachvollziehbar. Bitte lest gerne hier den vollständigen Artikel: Presseartikel vom 15.02.2025: Investor stoppt Pläne für Grasberg-West Im Nachgang wurden BürgerInnen und auch die Mitglieder des Ausschusses/Gemeinderates um ein Statement gebeten. Das Statement, welches der Presse in schriftlicher Form durch Jörn Schumm B90/Die Grünen Grasberg zugegangen ist lautete (Zitat): „Unsere Fraktion hat sich bereits ebenfalls intensiv mit der Planung des Gewerbegebiets Wörpedorf West und den damit verbundenen Herausforderungen befasst, insbesondere mit dem geplanten Regenrückhaltebecken (RRB), das im Rahmen der Flächennutzungs- und Bebauungsplanänderung zur Oberflächenentwässerung vorgesehen ist. In unserer Stellungnahme vom 20.01.2024 wurde bereits ausführlich dargelegt, dass die vorliegenden Planungen sowohl technische als auch umweltbezogene Mängel aufweisen. Die unrealistische Annahme eines nahezu leeren RRB in einer offenen Bauweise, die fehlende Berücksichtigung eines erheblichen Grundwassereintrags sowie die unzureichende Einbeziehung zunehmender Starkregenereignisse infolge des Klimawandels führen dazu, dass das geplante System unter realistischen Bedingungen rasch überlastet wird. Dies gefährdet nicht nur die Funktion des Entwässerungskonzepts, sondern auch den Schutz des angrenzenden Überschwemmungs-, EU-FFH- und Naturschutzgebiets entlang der Wörpe. Parallel zu diesen Bedenken haben wir als Ratsfraktion bereits im Januar 2023 einen Antrag eingebracht, der vorgesehen hat, die Flächen nördlich des Wörpedorfer Rings im RROP als Gewerbe- und Industrieflächen zu belassen, anstatt sie herauszunehmen. Unser Antrag zielte darauf ab, alternative Flächen mit einem Gesamtpotenzial von mehr als 9 Hektar zu erschließen, um den steigenden Bedarf an Gewerbeflächen in Grasberg nachhaltig zu decken und gleichzeitig den hohen Anforderungen des Hochwasserschutzes gerecht zu werden. Leider wurde dieser Antrag im Ausschuss von den anderen Fraktionen abgelehnt. Link zur Ausschusssitzung: https://grasberg.ratsinfomanagement.net/tops/?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZQR7Rbcc6LS9PdGii7bZxig Der jüngst erschienene Zeitungsbericht im Weser-Kurier bestätigt unsere Bedenken: Investor Claus Meyer hat die Pläne für das umfassende Gewerbegebiet Grasberg-West vorerst gestoppt, weil die Errichtung eines den zurecht strengen wasserwirtschaftlichen Vorgaben entsprechenden Regenrückhaltebeckens die Kosten in ein untragbares Maß heben würde. Diese Entscheidung unterstreicht, auch im Hinblick auf die weiterhin bestehenden Herausforderungen bei der Oberflächenentwässerung, dass das bisherige Planungskonzept den realen hydrologischen Bedingungen nicht gerecht wird. Ich möchte noch einmal betonen: Unsere Beiträge basieren auf technischen Daten und realistischen Einschätzungen zukünftiger Entwicklungen von Fachleuten, insbesondere auch in Bezug auf den Klimawandel. Es geht dabei nicht darum, wirtschaftliche Entwicklungen zu behindern, sondern darum, die Sicherheit der Bewohner und den Schutz unserer Lebensgrundlagen sicherzustellen. Ein unkontrollierter Wasserabfluss in schutzwürdige Gebiete und die daraus resultierenden Schäden sind für uns nun einmal nicht hinnehmbar. Daher fordern wir jetzt: • Ein Alternativkonzept: Die Nutzung der Flächen nördlich und westlich des Wörpedorfer Rings (Fotos siehe weiter unten) bietet ein wesentlich größeres Entwicklungspotenzial als das aktuell geplante Gebiet in Wörpedorf West. Dies würde auch helfen, die hohen Kosten und Risiken eines überdimensionierten Regenrückhaltebeckens zu vermeiden. • Eine zukunftsorientierte Planung: Wirtschaftliche Entwicklung und Naturschutz sind für uns keine Gegensätze. Nur durch eine vorausschauende, nachhaltige Planung können wir den Anforderungen an Hochwasserschutz und Klimaanpassung gerecht werden, zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger, sowie den Gewerbetreibenden von Grasberg. Unsere Fraktion appelliert an alle Entscheidungsträger, die vorliegenden Erkenntnisse ernst zu nehmen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, die sowohl wirtschaftliche Perspektiven als auch den Schutz unserer Lebensgrundlagen gewährleisten. Die aktuellen Entwicklungen, wie die Entscheidung des Investors und die weiteren Hinweise im Zeitungsbericht, bestätigen, dass unser Ansatz richtig ist. Wir setzen uns dafür ein, dass Grasberg als attraktiver Wirtschaftsstandort erhalten bleibt, ohne dabei die ökologischen Risiken zu vernachlässigen. Wir fordern daher die anderen Fraktionen und die Verwaltung auf, unseren im Januar 2023 gestellten Antrag zur Nutzung der alternativen Gewerbeflächen nördlich und westlich des Wörpedorfer Rings doch noch zu unterstützen. Nur so können wir unseren Gewerbetreibenden die Flächen und wirtschaftlichen Perspektiven bieten, die sie für ihre Entwicklung und ein gesundes Wachstum benötigen, und sicherstellen, dass zukünftige Projekte auf realistischen, nachhaltigen Grundlagen basieren, die sowohl den Ansprüchen des Hochwasserschutzes als auch den wirtschaftlichen Bedürfnissen von unseren Gewerbetreibenden gerecht werden“ Jörn Schumm Dieser Artikel wurde daraufhin in der Wümme-Zeitung veröffentlicht: Presseartikel vom 19.02.2025 Anwohner erleichtert, Politik besorgt Im Artikel der Wümme-Zeitung vom 28.02.2025 äußerten sich Gewerbetreibende zum Thema: Gewerbegebiet Grasberg-West: Unternehmen suchen Alternativen Fazit: Ob und welche nachhaltig guten Lösungen, es für unsere Grasberger Gewerbetreibenden wie schnell geben kann (die tatsächlich dann auch umsetzbar sind) wird die Zukunft zeigen. Wünschenswert ist, dass es sie zeitnah gibt. Klima- und umweltpolitische Aspekte und Erkenntnisse aus öffentlichen Beteiligungen sind weiterhin wichtig und immer zu berücksichtigen. Auch berechtigte Kritik durch BürgerInnen und alle Eingebeneden in diesem und allen folgenden Verfahren müssen künftig von Anfang an ernst genommen werden und in unsere gemeinsamen Entscheidungen für Grasberg in allen Gremien mit einfliessen. Wir alle kennen die Mehrheitsverhältnisse in unserer Gemeinde. Wichtig ist uns hier bei den Grünen, unsere Entscheidungen weiterhin transparent zu machen und im Austausch zu bleiben. Unsere Fraktion ist immer offen für Lösungen, erwägt Alternativen und begründet jede einzelne Entscheidung. Wir werden uns auch weiterhin konstruktiv zum Thema einbringen. Bündnis 90/Die Grünen Grasberg Fraktion und Ortsverband